Naturschutz und Jagdrecht
Reiner Gubitz 23.02.2019

Lebensgrundlagen der freilebenden Tierwelt

Artikel 141 (1) Bayerische Verfassung: Der Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen ist, auch eingedenk der Verantwortung für die kommenden Generationen, der besonderen Fürsorge jedes Einzelnen und der staatlichen Gemeinschaft anvertraut. Mit Naturgütern ist schonend und sparsam umzugehen. Es gehört zu den vorrangigen Aufgaben von Staat, Gemeinden und Körperschaften des öffentlichen Rechts, Boden, Wasser und Luft als natürliche Lebensgrundlagen zu schützen, eingetretene Schäden möglichst zu beheben oder auszugleichen und auf möglichst sparsamen Umgang mit Energie zu achten, die Leistungsfähigkeit des Naturhaushaltes zu erhalten und dauerhaft zu verbessern, den Wald wegen seiner besonderen Bedeutung für den Naturhaushalt zu schützen und eingetretene Schäden möglichst zu beheben oder auszugleichen, die heimischen Tier- und Pflanzenarten und ihre notwendigen Lebensräume sowie kennzeichnende Orts- und Landschaftsbilder zu schonen und zu erhalten.-

§ 1 (2) Bundesjagdgesetz: Die Hege hat zum Ziel die Erhaltung eines den landschaftlichen und landeskulturellen Verhältnissen angepassten artenreichen und gesunden Wildbestandes sowie die Pflege und Sicherung seiner Lebensgrundlagen.

§ 21 (1) Bundesjagdgesetz: Der Abschuss des Wildes ist so zu regeln, dass die berechtigten Ansprüche der Land- Forst- und Fischereiwirtschaft auf Schutz gegen Wildschäden voll gewahrt bleiben, sowie die Belange von Naturschutz und Landschaftspflege berücksichtigt werden. Innerhalb der hierdurch gebotenen Grenzen soll die Abschussregelung dazu beitragen, dass ein gesunder Wildbestand aller heimischen Tierarten in angemessener Zahl erhalten bleibt und insbesondere der Schutz von Tieren gesichert ist, deren Bestand bedroht erscheint.

§ 23 Bundesjagdgesetz: Der Jagdschutz umfasst nach näherer Bestimmung durch die Länder den Schutz des Wildes insbesondere vor … Futternot

Artikel1 (2) Bayerisches Jagdgesetz: Dieses Gesetz soll neben dem Bundes-jagdgesetz dazu dienen: 1. Einen artenreichen und gesunden Wildbestand in einem ausgewogenen Verhältnis zu seinen natürlichen Lebensgrundlagen zu erhalten. 2. Die natürlichen Lebensgrundlagen des Wildes zu sichern und zu verbessern.

Artikel 42 (3) Bayerisches Jagdgesetz: Die bestätigten Jagdaufseher … haben die Aufgaben und Befugnisse der Naturschutzwacht.

Artikel 43 (1) Bayerisches Jagdgesetz: Der Schutz und die Pflege der natürlichen Lebensgrundlagen des Wildes sind Aufgabe des Revierinhabers, der im Einvernehmen mit den Grundstückseigentümern oder Nutzungsberechtigten durch Maßnahmen der Reviergestaltung und Äsungsverbesserung die Voraussetzungen dafür schaffen soll, dass das Wild auch in der vegetationsarmen Zeit natürliche Äsung vorfindet.

§ 4 der Anlage 1 (Satzung der Jagdgenossenschaft) zu § 5 (1) der Ausführungs-verordnung zum Bayerischen Jagdgesetz: Die Jagdgenossenschaft ... hat insbesondere die Aufgabe, … und für die Lebensgrundlagen des Wildes in angemessenem Umfang und im Rahmen ihrer Leistungsfähigkeit zu sorgen.

§ 16 (4) Ziff. 4 der Ausführungsverordnung des Bayerischen Jagdgesetzes: … die öffentlichen Hegeschauen … haben die Aufgabe Informationen zu übermitteln, insbesondere über … die Maßnahmen zur Verbesserung der Lebens-bedingungen der freilebenden Tierwelt.