auf den Punkt gebracht



Störfaktor Jagd


Menschen in der Natur wirken oft störend auf Wildtiere. Der jagende Mensch (Jäger) jedoch noch mehr, weil er öfters vor allem zur Unzeit durchs Revier „schleicht“, und damit die Wildtiere noch empfindlicher stört.

Sie spüren den gefährlichen Menschen nämlich viel eher, als der Mensch Wild wahrnimmt, und können sehr wohl den für sie ungefährlichen Menschen (Landwirt, Holzer, Jogger usw.) von dem für sie gefährlichen Menschen (Jäger) unterscheiden. Das geht m.E. sogar soweit, dass Wild den herannahenden Jäger am Fahrgeräusch seines Jagdfahrzeuges zu erkennen in der Lage ist. Das „dumme“ Vieh erkennt ja auch, wenn der Bauer in den Hof einfährt. Bei fremden Gefährten bleibt es dagegen ruhig.

All zu oft gestörtes Wild wird immer heimlicher, verbeißt und schält seine Einstände noch mehr, und wagt sich bei Tageslicht kaum noch auf offene Flächen.

Die Jagd als bedeutender Störfaktor ist deshalb sowohl aus tierschützerischen, als auch aus Jagdeffizienzgründen zeitlich und örtlich auf ein Minimum zu beschränken. Also keine Jagdzeitverlängerungen, sondern Jagdzeitkomprimierung (Intervalljagd) ist hierbei zielführend. Das bedeutet allerdings für die häufigste Spezies der Jäger (=Freizeitjäger) mehr Ausbildung, mehr Übung auf dem Schießstand, mehr persönlicher Einsatz und Durchhaltevermögen, mehr Verzicht auf persönliche Annehmlichkeiten, mehr Berücksichtigung wildbiologischer Erkenntnisse und Flexibilität bei der Anwendung moderner Jagdmethoden.

Weniger gestörtes Wild ist dann auch vermehrt sichtbarer, für den Freizeitnutzer ebenso wie für den Jäger.


Reiner Gubitz